Curriculum


Den Schwerpunkt des Nagaremizu-ryū Aikibudō bildet die Nahkampfmethode
aikijūjutsu. Diese Techniken werden in Form von festgelegten Übungsformen (kata) vermittelt und sind in die vier nachstehenden Kataloge gegliedert:

  • Shoden: Die Übungsformen der Grundstufe umfassen Wurf- und Hebelverfahren sowie Festhalte- und Würgetechniken. Diese gewährleisten eine solide Grundausbildung für den Zweikampf und bilden das Fundament nachfolgender Stufen.

  • Chūden: Die Techniken der Mittelstufe zementieren die erlernten Verfahren und erweitern diese um komplexere Methoden des Nahkampfes. Dabei liegt der Fokus auf berüsteten Techniken zur Anwendung auf dem Schlachtfeld.

  • Okuden: Die Initiierten vorbehalten Übungsformen umfassen Kontertechniken sowie Verfahren zur Verteidigung gegen mehrere Gegner und zur Abwehr bewaffneter Angriffe. In charakteristischen Wurftechniken wird besonderer Wert auf die Realisierung von aiki gelegt.

  • Kaiden: Neben den letztgültigen Taktiken und Verfahren werden in der höchsten Stufe verstärkt philosophische Gehalte und spirituelle Praxen übermittelt. Dazu zählen Atemübungen und Konzentrationstechniken ebenso wie Methoden strategischer Kampfführung.

Alle Verfahren des Aikibudō folgen dem Konzept der roku-yōso. Zu diesen Kernprinzipien zählen Etikette (rei), Blickführung (metsuke), Distanz (maai), Atmung (kokyū), Nivellierung (kuzushi) und Geistesgegenwart (zanshin).

Durch die Übertragbarkeit der Prinzipien auf diverse Waffengattungen entsteht ein umfassendes budō-System. So werden die vorgenannten Technikkataloge durch den Umgang mit Nahdistanzwaffen ergänzt (betsu-den). Dazu gehören Dolch und Kurzschwert (kogusoku-no-den) sowie Eisenfächer (tessen-no-den) und Stockwaffen unterschiedlicher Länge (bō-no-den).

Die praxisorientierten Inhalte der Nagaremizu-ryu werden erweitert durch die Tradierung militärhistorischer Kontexte sowie durch die Vermittlung traditioneller Aspekte der japanischen budō-Kultur.